1. Brief des Petrus 1,3: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

 

 

 

Wir, Du, Ich, Ihr, Sie – wir sind Botschafter der Hoffnung auf die Auferstehung, wir sind als Glaubende Symbole der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott, wir verfallen – aber durch uns hindurch wird das neue Leben in Gott sichtbar. Wer Augen des Glaubens hat, sieht das, wer mit den Ohren des Geistes Gottes hört, hört das, freut sich und ist glücklich.

 

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Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.(Psalm 33,12)

 

Wohl dem Volk, das Gott nicht braucht – so scheint mancher zu denken – so scheinen sehr viele in unserem Land zu leben. Wir brauchen Gott nicht. Keiner braucht Gott. Brauchen wir Gott beim Einkaufen? Brauchen wir Gott im Beruf, im täglichen Allerlei? Es geht auch ganz gut ohne Gott.

 

Wie kommt der Psalmsänger darauf, das Gegenteil zu behaupten? Ein Volk, das sich Gott unterordnet, das im Licht Gottes gehen möchte, ist auch in den geschichtlichen Dunkelheiten, die zwangsläufig immer wieder kommen, nicht allein. In Zeiten wirtschaftlicher Egoismen suchen Menschen, die zu Gott gehören, nicht ihren eigenen Vorteil, sondern das der Gemeinschaft; in Zeiten, in denen Vertrauenslosigkeit herrscht, kann man Menschen, die zu Gott gehören, vertrauen; in Zeiten, in denen die Starken über die Schwachen hinwegfegen und sie ausnützen, stehen Menschen, die zu Gott gehören, auf der Seite der Schwachen; in Zeiten der Feindseligkeiten suchen Christen gemeinsame Wege. Tun Christen das? Tun Menschen Gottes das? Wenn sie ihren Lebensweg mit Gott gehen, ja. Irgendwer hat mal gesagt: Ich würde lieber in einer christlichen Gesellschaft leben – mit all ihren Macken, die sie hat – als in einer nichtchristlichen Gesellschaft. Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist.

 

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 Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre (1Joh 3,8)

 

Das Wort „Teufel“ kommt aus dem Griechischen und hat die Bedeutung: „Verwirrer“. Der Teufel ist also der, der alles durcheinander bringt, der Menschen verwirrt, der den Menschen so sehr verwirrt, dass er Gott nicht mehr sehen kann und darum richtungslos durch sein Leben läuft. Ihr kennt das Spiel. Man verbindet einem die Augen, dreht ihn ein paar Mal herum, und dann muss er den richtigen Weg finden. Das ist im Spiel ganz lustig, aber im Leben ist das schlimm, wenn man so verwirrt wird. In den letzten Wochen und Tagen verunsichern große Verwirrungen uns Menschen: Was geschieht in den islamischen Staaten? Wer wird sich durchsetzen? Werden es in Ägypten, Tunesien und Pakistan die Gewalttäter sein? Christen leben dort überall in großer Angst, weil sie ständigen Angriffen des Mobs ausgesetzt sind. Das schlimme Ereignis in Japan bringt uns Menschen ganz durcheinander. Was hat nicht gerade Japan alles dafür getan, dass Menschen möglichst sicher leben. Regelmäßige Erdbebenübungen, Häuser wurden erdbebensicher gebaut. Und das war auch alles gut so, weil es sicher noch viel mehr Leid verhindert hat – und dennoch: der Mensch erkennt, wie klein und hilflos er ist angesichts dieser gewaltigen Naturkatastrophen. Er wird ganz verwirrt. Seine kleine heile Welt wird zwar ständig durcheinandergewirbelt – aber bei solchen großen schlimmen Ereignissen merkt er doch sehr deutlich: Wer ist eigentlich der Mensch? Ist er mehr als ein Spielball von Mächten und Kräften, denen er ausgeliefert ist, von denen er hin und her gebolzt wird? Der Verwirrer ist am Werk, weil er uns durch solche Gedanken von Gott abbringen will. Doch wir dürfen wissen: In allen Nöten, Schwierigkeiten und Sorgen, selbst im Tod, gehören wir dem, der uns liebt: Wir gehören Gott in Jesus Christus. Und weil wir allein ihm gehören, müssen wir uns nicht verwirren lassen, sondern können auch trotz aller Traurigkeit sachlich da anpacken, wo Hilfe nötig ist.

 

Gott segne Euch in allen Verwirrungen mit seiner Kraft, seiner, Ruhe, seinem Halt.

 

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 Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes (Lukas 9,62)

 

 Was meint Jesus damit? Es gibt eine Unmenge in der Vergangenheit, das uns Menschen fesseln kann. Es fesseln uns Erlebnisse, an die wir nicht mit Freude denken, es fesseln uns materielle Dinge, die wirklich nicht wichtig sind im Leben, es fesseln uns Ängste, Befürchtungen, Rätsel, Fragen, Leiden. Eine ganze Menge schleppen wir hinter uns her. Doch all das, soll uns nicht mehr behindern, sondern es gilt, nach vorne zu sehen, es gilt, das Reich Gottes ein wenig mit unserer Liebe, dem Licht, der Wärme Gottes aufglitzern zu lassen. Auf das schauen, was vor uns liegt – auf Gottes Welt, sie mit dem, was in unseren Kräften liegt, ahnen und spüren zu lassen, das soll uns beschäftigen. Wenn wir ständig mit Begehren oder Bangen auf das Vergangene schauen, dann kommen wir nicht weit – wie der Landwirt nicht weit kommt, der beim Pflügen ständig nach hinten schaut – oder der Autofahrer, der beim Vorwärtsfahren rückwärts schaut.

 

 

 

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist (Lukas 19,10)

 

 Es gibt Menschen, die sind sich in allem sehr sicher. Sie sind stark, sie sind sich ihres Lebens und ihrer Weltanschauung gewiss, sie sind wie Steine in der Brandung. Und es gibt Menschen, die sind verunsichert, sie wissen nicht so richtig, wie sie ihr Leben führen sollen, sie haben an sich viel herumzumeckern, sie denken, sie machen alles falsch – diese Menschen fühlen sich in allem verloren und zu weich für diese Welt. Jesus kommt in seiner Liebe zu diesen Menschen, um sie zu stärken, um ihnen Mut zu machen. Und die Menschen, die so sicher scheinen wie Steine in der Brandung? Auch sie sind im Grund schwach, wagen es jedoch sich und anderen nicht einzugestehen. Und wenn sie es erkennen – dann können auch sie bei Jesus Christus ihre Zuflucht und wirkliche Stärke finden.